Aktuelle Lage in der Thüringer Landesverwaltung (THLV)¶
- Das Thüringer E-Government-Gesetz (ThürEGovG) § 4 - Offene Standards und Freie Software und das Thüringer Vergabegesetz (ThürVgG) § 4, Absatz 2 nehmen den Einsatz quelloffener Software in der Landesverwaltung verstärkt in den Fokus.
- In der Landesverwaltung sind ca. 20.000 Arbeitsplatz-PCs im Einsatz. Ausgestattet in der Regel mit Microsoft Windows als Betriebssystem und Microsoft Office für die Bürokommunikation.
- Die Softwareanbieter drängen die Nutzer zunehmend zur Nutzung ihrer Cloud Anbgebote, um ihr eigenes Geschäftsmodell auszubauen
- Abhängigkeiten bestehen in der THLV hauptsächlich zu Herstellern wie Microsoft (Arbeitsplatzsoftware), Oracle (Datenbanken / Fachapplikationen, die Oracle als Basis nutzen) und PDV.
- Open Source-Software hat bisher in der Verwaltung den nötigen Stellenwert erreicht. Teilweise erfolgt der Einsatz unbewusst oder weil die Software zunächst kostenlos und ohne einschränkende Lizenzbedingungen genutzt werden kann. Erfreulich ist, dass diesbezüglich ein Umdenken begonnen hat, und Open Source-Software zunehmend als "Enterprise-Ready" angesehen wird und die Verwendung weiter stark ansteigt.
- Die Vorteile des Einsatzes von Open Source-Software sind kein reines Erkenntnisthema mehr. Siehe dazu auch die Absichtserklärung zur Erarbeitung eines souveränen Arbeitsplatzes in 2021. Um diese Vorteile nutzen zu können, bedarf es der verstärkten Einführung und Nutzung von Open Source-Software.
- Deshalb wurde im Herbst 2022 eine Ressort übergreifende Arbeitsgemeinschaft (AGOSS) gebildet, die konkrete Einsatzszenarien von Open Source basierter Office-Software innerhalb der Thüringer Landesverwaltung prüft.
Info
Die Ergebnisse und Erfahrungen werden schrittweise auf dieser Website veröffentlicht. Das Datum der letzten Änderung ist jeweils am Seitende vermerkt.
Ziele¶
- Reduktion von Abhängigkeiten von Geschäfts- und Lizenzmodellen der großen Softwarehersteller (z.B. mögliche Zwangsnutzung von Cloud-Diensten oder Lock-in-Effekte)
- Innovation ermöglichen
- Schaffung von Alternativen usw.
- Stärkung der Verhandlungspositionen ggü. Microsoft, Oracle und Co.
- Erschließung neuer Handlungsspielräume durch Einsatz interoperabler, offener Dienste und Infrastrukturen
- Förderung des Marktes, um dort einen echten Wettbewerb zu erreichen, wo derzeit noch Monopolstellungen vorherrschen
- Modernisierung der Verwaltung vorantreiben und Bedienstete motivieren, neue Software einzusetzen
- dokumentierte und offene Schnittstellen und Standards (z.B. bei Dateiformaten) etablieren
- Bündelung der Vorhaben durch Integration und Verzahnung bestehender Einzellösungen
- Nachhaltigkeit durch die Wiederverwendbarkeit von Software stärken
bisherige Entwicklung¶
Strategische Vorarbeit und weitere Tests
2025E-Gov Kongress zum Thema digitale Souveränität. Gemeinsamer Votrag mit dem ÖBH zu LibreOffice.
Strategische Vorarbeit
2024Thüringer Finanziministerin stimmt dem Beitritt Thüringens zum ZenDiS zu. Einsatz von openDesk und Bundesmessenger im Testumfeld. Das zentrale Videokonferenzsystem auf Basis von opentalk geht produktiv.
erste Arbeitsplatz Tools werden getestet
2023Test von LibreOffice, LanguageTool und Open-XChange.
Strategische Vorarbeit
2022Kabinett nimmt bestehende Abhängigkeiten zur Kenntnis. Gründung der Ressort übergreifenden Arbeitsgemeinschaft OSS.
strategisch
2021Unterzeichnung der Absichtserklärungen zur Schaffung eines souveränen Arbeitsplatzes und zur Gründung des ZenDiS.
technisch
2020Inbetriebnahme der zentralen Umfrageplattform auf Basis von limesurvey.
technisch
2017Umbau der zentralen Datenaustauschplattform auf Basis von Nextcloud.
technisch
2015Inbetriebnahme der zentralen Datenaustauschplattform auf Basis von ownCloud.